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Kooperation für mehr Sicherheit |
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| Der Eigenheimer in Zeiten steigender Energiepreise: |
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Aus Last wird Lust
Es ist nicht leicht, sich der kindlichen Freude des stolzen Eigenheimers zu entziehen: Trotz leicht bewölkten Himmels schafft seine neue Solaranlage auf dem Dach mehr als 70 Grad Wassertemperatur und das im kühlen März! Was ehedem bei ihm die elektrische Eisenbahn war ist nun die Warmwasserbereitung zum Nulltarif. Wobei Letzteres so ganz nicht stimmt, mussten doch vor dem ersten Liter erhitzten Wassers einige Tausend Euro investiert werden. „Kein Problem“, sagt der Besitzer, „das Geld lag auf der Bank und auf dem Dach ist es gut angelegt“.
Wie er denken offenbar viele. Eine Million Solaranlagen gibt es bereits auf deutschen Dächern, in nächster Zukunft werden 800 000 weitere hinzukommen. Dabei spielt nach Erkenntnissen der Bundesregierung weniger die von ihr favorisierte CO2-Minderung eine Rolle, sondern vorrangig der eigene Geldbeutel. Wobei nicht einmal klar ist, ob sich die nicht unerheblichen Investitionen wirklich rechnen. Festgesetzt hat sich in den Köpfen der Menschen aber wohl die Erkenntnis, dass die Preise für fossile Energien nicht sinken, sondern eher noch weiter ansteigen werden. So wird denn in Kauf genommen, dass sich Investitionen – wenn überhaupt – erst längerfristig rechnen werden.
Die Entscheidung, jetzt zu handeln, hat unserem stolzen Anlagenbesitzer auch der Zuschuss des Bundesamtes für Wirtschaft (www.bafa.de) erleichtert. Immerhin hat er für den neuen Brennwertkessel, eine neue Pumpe und 10 m2 Solarpaneele einen Zuschuss von 1400,– Euro erhalten. Zusammen mit dem 20-prozentigen Steuerabzug für den Handwerkerlohn wird er also knapp 2000,– Euro an staatlicher Hilfe einstreichen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die bis zum 30. Juni 2008 befristete Maßnahme viele Freunde gefunden hat und noch findet. Und dennoch: Weder die Freude am neuen Spielzeug noch staatliche Hilfen können Investitionen erklären, deren wirtschaftlichen Sinn selbst Optimisten eher verhalten beurteilen. Nachfragen bei Modernisierern fördern denn auch eher konservative Vorstellungen vom klugen Wirtschaften zu Tage. Nur wer die Grundkosten niedrig hält, wird sich seine finanziellen Freiräume auf Dauer sichern können. Oder anders ausgedrückt: Die heutige, möglicherweise zu teure Investition ist schnell abgehakt, die geringeren laufenden Kosten bleiben auf Dauer erhalten. „Ich will doch im Alter in meinem Haus wohnen bleiben und dort nicht frieren!“ Der Aussage unseres Freundes ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht der, dass man mit „Heizung runter – Pullover an“ sicherlich auch wird leben können.
Die vielen Haus&Grund-Versammlungen und Gespräche der letzten Monate, ausgelöst durch den zur Pflicht werdenden Energieausweis für Gebäude, haben gezeigt, dass die Grundeigentümer das Thema Energiesparen sehr ernst nehmen. Überraschend für den Verfasser dieser Zeilen ist die Erkenntnis hinzugekommen, dass viele selbst nutzende Eigenheimer dabei nicht nur auf kurzfristige wirtschaftliche Lösungen setzen. Schon wird von Nachhaltigkeits-Idealisten als neuem Trend gesprochen. Für unseren Freund ist die Last der hohen Ölpreise der Lust an einer satten Sonnenenergieausbeute gewichen. Vom Staat ist zu fordern, dass diese Lust sich nicht durch gesetzgeberische Keulenschläge in Frust verwandelt, sondern durch attraktive Förderprogramme eher noch steigert. Es gibt schließlich viele Dächer auf deutschen Eigenheimen...
Jürgen Kuhrt
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