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Die Landesregierung Schleswig Holstein schreibt die Ausstattung aller Wohnungen bis 31.12.2010 zwingend vor. Diese Vorschrift schließt eine jährliche Wartung nach DIN 14676 ein.
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Hochwertiger Wohnungsbestand in Schleswig-Holstein:
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Klimapakt mit dem Land


Der Ausweis bringt es an den Tag: Unser Gebäudebestand in Schleswig-Holstein verbraucht viel weniger Energie als angenommen wurde. Nach den ersten tausend über Haus&Grund von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) ausgestellten Energieausweisen ist die Datenlage klar. Im so genannten Flottenverbrauch des privaten Gebäudebestandes liegt der Durchschnittswert mit etwa 150 Kilowattstunden je m2 und Jahr um rund 40 Prozent unter den von der Landesregierung angenommenen 240 kWh. Für die Besitzer von Ölheizungen: 10 kWh entsprechen etwa einem Liter Heizöl.

Dabei sind die Verbrauchswerte für vier von der ARGE errechnete Gebäudetypen unterschiedlich, aber für alle Haustypen gut. Nicht verwunderlich ist, dass die Reihenmittelhäuser mit 121,4 kWh/m2/a am günstigsten abschneiden, gefolgt von den Mehrfamilienhäusern (146,4 kWh, den Reihenend- und Doppelhäusern (153,8 kWh und den Einfamilienhäusern mit 161,8 kWh). Solch positive Resultate fallen niemandem in den Schoß, sie sind Ergebnis erheblicher Investitionen. So sind nach Berechnungen der ARGE in den letzten 10 Jahren rund 18 000 Euro je Einfamilienhaus oder Reihenhaus und je 7500,– Euro je Wohnung im Mehrfamilienhaus investiert worden. Bezogen auf die 1000 bislang erstellten Energieausweise bedeuten dies In­vestitionen in Höhe von rund 20 Millionen Euro für Mehrfamilienhäuser und rund 8 Millionen Euro für Einfamilienhäuser. Diese Zahlen sind im Übrigen nur deshalb so aussagekräftig, weil die über Haus&Grund erstellten Energieausweise ein qualitativ hohes Niveau besitzen.

Die jetzt vorliegenden Zahlen bestätigen die von Haus&Grund seit Langem verfolgte Linie, nach der eine mancherorts geforderte oder sogar schon praktizierte gesetzgeberische Keule, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg, fehl am Platze ist. „Wir müssen die Leute mitnehmen und überzeugen“, lautet denn auch die Devise von Verbandschef Jochem Schlotmann. Klar ist aber auch, dass Gutes noch besser werden kann. Haus&Grund hat deshalb getreu dem Motto „Fördern statt Fordern“ mit dem Land in Person seines Innenministers Lothar Hay einen Energiepakt geschlossen. Dabei steht der Gedanke im Vordergrund, die Immobilieneigentümer zu weiteren Anstrengungen in Sachen Energieeinsparung zu motivieren. Nach einem Wettbewerb (siehe unten) sollen die vorbildlichsten Modernisierungen im Rahmen der NordBau ausgezeichnet werden.

Fazit nach 1000 Energieausweisen: Einen Grund sich selbstgefällig zurückzulehnen gibt es zwar nicht; schließlich kann immer noch etwas verbessert werden, zur Panik jedoch besteht keinerlei Veranlassung.

Jürgen Kuhrt
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