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Immobilieninvestitionen in schwieriger Zeit:
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Lohnt sich das noch?


Mit Merkel kam der Baby-Boom! Ist das wirklich so? Die Schlagzeile der Rostocker Ostsee-Zeitung vor einigen Tagen weist leider nur auf eine sprunghaft gestiegene Fruchtbarkeit bei den Mitarbeiterinnen des Bundeskanzleramtes hin. Doch immerhin: In Deutschland erblickten 2007 etwa 12.000 Babys mehr das Licht der Welt, als im Jahr davor. Gleichwohl dümpelt die Zahl der Neugeborenen wie schon seit Jahren unter der 700.000er-Marke. Um den Demografen die Sorgenfalten von der Stirn zu vertreiben, müsste diese Zahl bei über einer Million liegen. Die Folgen für den Arbeitsmarkt, die Renten, die Krankenkassen und viele andere Bereiche sind bekannt.

Trotz höherer Geburtenrate wird der Abwärtstrend in der Gesamtbevölkerung anhalten. Schlimmer noch – der Westen der Republik profitiert kaum von der Steigerung. Es sind die Frauen im Osten, die nach einem tiefen Tal der Tränen nach der Wiedervereinigung langsam zur Normalität – wenn das Westniveau so bezeichnet werden darf – zurückfinden.

Müssen wir also in Sack und Asche gehen? Nicht ganz, denn der allgemeinen Politik- und Wirtschaftsverdrossenheit zum Trotz sind die wohnungswirtschaftlichen Perspektiven weit weniger dramatisch als die Gesamtlage, hat doch die Alterung der Gesellschaft trotz sinkender Gesamtbevölkerungszahl einen Anstieg der Zahl der Haushalte zur Folge, weil es immer mehr Singlehaushalte nicht nur bei den Alten, aber besonders bei ihnen geben wird. Und weil die Zahl der benötigten Wohnungen sich weniger nach der Gesamtbevölkerung und mehr nach den Haushalten richtet, werden mindestens bis zum Jahr 2025 noch mehr Wohnungen benötigt, als heute vorhanden sind. Dabei kommt Schleswig-Holstein zu Gute, dass insbesondere die Metropolregion Hamburg weiterhin boomen dürfte. Hier wird sogar mit weiter steigenden Bevölkerungszahlen gerechnet.

Also nicht „Sack und Asche“, sondern „alles in Butter“? Leider auch nicht! Denn an den Maklerkriterien für den Wert eines Objektes (1. die Lage, 2. die Lage und 3. die Lage) wird sich auch künftig nichts ändern. Das gilt auch für den Trend „zurück in die Stadt“. Schon heute ist die Neuvermietung im Norden und Westen unseres Bundeslandes nicht immer einfach. Das traurige Beispiel eines Mitgliedes sollte zu denken geben: Eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzuges des Mieters wird nicht ausgesprochen, weil eine Neuvermietung der dann leeren Wohnung ohnehin aussichtslos er­scheint. „Wer soll denn in unser Dorf ohne Post, ohne Kaufmann und ohne Gaststätte ziehen? Am Wochenende fährt nicht einmal ein Bus!“ Es ist nun einmal so, dass alte alleinstehende Menschen, für die diese Wohnung gut geeignet wäre, nach der Familienphase nicht einsam auf dem Lande hocken wollen.

Dabei sind die Grundeigentümer im Land bereit zu investieren. Die durchweg positiven Ergebnisse der bislang ausgestellten Energieausweise belegen dies. Nur wird bei künftigen Investitionen besonders sorgfältig zu prüfen sein, ob sie sich denn auch lohnen. Das muss nicht notwendig so pessimistisch gesehen werden, wie bei jener alten Dame, die schon mit Anfang 60 den Kauf eines Wintermantels in Frage stellte und dann ein gesegnetes Alter von über 90 Jahren erreichte.

Wer sorgfältig prüft und gewissenhaft abwägt, wird auch in Zukunft gewinnbringend investieren können. Die Mitarbeiter von Haus&Grund sind gern mit Rat und Tat behilflich.

Jürgen Kuhrt
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