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Ein Pakt fürs Klima


Wir wählen die Freiheit! Zugegeben, Adenauers programmatischer Ausspruch aus den Zeiten des Kalten Krieges mag etwas hochgestochen für den jüngst in Schleswig-Holstein geschlossenen Klimapakt klingen, und doch ist der Kern des von Politik und Wohnungswirtschaft getroffenen Abkommens erfreulich freiheitlich. Denn im Gegensatz zu anderen Bundesländern verzichtet Schleswig-Holstein auf Zwangsmaßnahmen zur Nutzung regenerativer Energien im Wohnungsbestand, die für Neubauten seit Beginn dieses Jahres zur Pflicht geworden sind.

Nun heißt es aber, dass niemand die Freiheit geschenkt bekommt. Und richtig: Im Klimapakt steckt die (Selbst-) Verpflichtung, die CO2-Emissionen der Wohnungen bis zum Jahre 2020 um durchschnittlich etwa 29 Prozent zu reduzieren. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Wenn Haus&Grund gemeinsam mit den anderen wohnungswirtschaftlichen Verbänden dennoch sicher ist, das angestrebte Ergebnis erreichen zu können, dann vor allem wegen der positiven Grundhaltung vieler Eigentümer, in Energiesparmaßnahmen am Gebäude investieren zu wollen. Mut macht dabei das durchweg gute Abschneiden der bislang mit einem Energieausweis ausgestatteten Gebäude. Im Gegensatz zu den vom Land geäußerten Befürchtungen, der Energieverbrauch könnte bei durchschnittlich weit über 20 Litern Heizöl pro m2 und Jahr liegen, wurden bislang mit durchschnittlich etwa 15 Litern sehr gute Werte erreicht. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, die ehrgeizigen Vorgaben umzusetzen. Dazu werden verstärkte Beratungsangebote und eine offensive Öffentlichkeitsarbeit nötig sein. „Bewusstseinsbildung und Vorbildwirkung“ lautet denn auch folgerichtig eines der Handlungsfelder des Klimapaktes. All das segelt unter der Flagge „CO2-Reduzierung“. Auch Haus&Grund Schleswig-Holstein ist bewusst, dass nicht alle Grundeigentümer die Sinnhaftigkeit der heutigen Klimadebatte nachvollziehen können oder wollen. Doch wie dem auch sei, die Frage, ob ein Klimawandel unser Leben bedroht oder nicht, spielt bei der Entscheidung für Investitionen fast keine Rolle. Denn unabhängig von den Klimaschutzzielen des Bundes sind Energiesparmaßnahmen unter dem Gesichtspunkt des Werterhaltes einer Immobilie ohne Alternative.

Deshalb muss weiterhin dem Grundsatz „fördern statt fordern“ Rechnung getragen werden. Die KfW-Förderbank ist hier mit ihrem neuen Zuschussprogramm auf dem richtigen Weg. Sehr viele, insbesondere ältere Grundeigentümer wollen sich nicht verschulden. Deshalb nehmen sie selbst günstige Darlehnsangebote nicht wahr. Zuschüsse jedoch erreichen, wie die Programme in den 70er und 80er Jahren gezeigt haben, sehr schnell das gewünschte Ziel. Der beim Klimapakt gewählte freiheitliche Weg ist deshalb ein Weg der Vernunft.

Verfasser:

Jürgen Kuhrt

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