Hilfe in der Krise
Heute modernisieren? Aber ja – wenn nicht jetzt, wann denn dann? Haus&Grund Schleswig-Holstein setzt unter anderem mit dem jüngst geschlossenen Klimapakt (wir berichteten) auf die stetige Verbesserung des Wohnungsbestandes, warnt aber gleichzeitig vor unüberlegten Investitionen in Neubauvorhaben.
„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Der Martin Luther zugeschriebene Ausspruch gilt auch in Zeiten der Finanzkrise und erst recht in Zeiten der Krise der Realwirtschaft. Die Modernisierung, zumal die energetische, ist eine sichere Geldanlage in Zeiten schwieriger Finanzmärkte. Das sehen inzwischen viele Bundesbürger ebenso. Nach einer Emnid-Umfrage wollen 2009 nicht weniger als 42 Prozent aller Haus- und Wohnungseigentümer in ihre Immobilie investieren. Die BHW-Bausparkasse hat dabei das barrierefreie Bauen und den Einsatz erneuerbarer Energien als wichtige Trends ausgemacht.
Beflügelt wird die Investitionsbereitschaft durch spürbare finanzielle Hilfen des Staates. Endlich vergibt nun auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau Zuschüsse für CO2-Minderungsmaßnahmen und im Gegensatz zu den bisherigen und weiterhin angebotenen Darlehensprogrammen nicht nur für ganze Maßnahmenpakete, sondern auch für einzelne Aufträge. Interessenten sollten unbedingt die Homepage www.kfw-foerderbank.de besuchen. Wichtig ist dabei, dass vor Beginn der Maßnahme der Zuschussantrag gestellt werden muss. Das gilt nicht für die BAFA-Förderprogramme, bei denen Anträge auch im Nachhinein möglich sind. Eine klassische Modernisierung mit Solarzellen zur Warmwasserbereitung und Einbau eines Brennwertkessels kann einem Eigenheimer gut und gerne rund 2000,– Euro Zuschuss bescheren. Natürlich sind mit diesen Hilfen die Modernisierungen nicht bezahlt, aber – siehe Autoabwrackprämie – sie entlasten spürbar den geplagten Geldbeutel der Eigentümer.
Modernisieren ja – neu bauen eher nicht! So lautet kurz gefasst der vorsichtige Rat von Haus&Grund, der aber in jedem einzelnen Fall und für jede einzelne Region genau zu überprüfen ist. Scharf hat in diesem Zusammenhang Verbandschef Jochem Schlotmann die erneute Forderung des Mieterbundes, „mehr preiswerte Wohnungen auch im Neubau zu fördern“, als undifferenziert und einseitig zurückgewiesen. Wie lohnend zukunftsgerichtete Investitionen gerade in städtischen Bereichen sein können machte jüngst Dr. Dankwart Guratzsch, Korrespondent der WELT, in einem Vortrag deutlich. Nach seiner Meinung stehen die deutschen Städte in einem beispiellosen Umbruch, der sich gegen die oft lähmende Stimmungslage mit epochaler Wucht behaupte. Die Städte vollziehen nach seiner Meinung zurzeit eine Wendung nach innen. Sie werden immer attraktiver. Lassen wir also den Mut nicht sinken, die Zukunft gehört allemal den Aktiven!
Verfasser:
Jürgen Kuhrt
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