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Der Landesverbandstag als Mutmacher
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In diesen Tagen wichtiger denn je: Das private Grundeigentum als Chance für unsere Zukunft!

Der Landesverbandstag als Mutmacher

 

Strahlender Sonnenschein, eine frische Brise, viele Gäste und eine festliche Veranstaltungshalle: So sieht ein Verbandstag von Haus&Grund Schleswig-Holstein aus, allzumal wenn er in der alten Hansestadt Lübeck stattfindet. Obwohl ein wirklich herrliches Frühjahrswetter herrschte, ließen sich fast 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Eröffnungsveranstaltung am 5. Juni nicht entgehen. Standen doch auf der Rednerliste Landtagspräsident Kayenburg (CDU), Dr. Dirk Karstens als Vorsitzender von Haus&Grund Lübeck, Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, der Präsident von Haus&Grund Deutschland Rolf Kornemann und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Für den Festvortrag vorgesehen war Prof. Dr. Joachim Scheide, Leiter des Prognosezentrums des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel.

 

Um es vorweg zu nehmen: In seiner Begrüßung musste Verbandsvorsitzender Jochem Schlotmann von Haus&Grund Schleswig-Holstein einige Wermutstropfen ausschenken. Während Präsident Kornemann aufgrund einer Erkrankung nicht teilnehmen konnte, mussten auch Kayenburg und Carstensen absagen. Diese hatten eine anberaumte Audienz beim Papst genutzt, um mit dem Vatikan im Gespräch zu bleiben. Über die Hintergründe wurde in den Grußworten anderer Redner teils ernsthaft, teils humoristisch spekuliert. Doch konnte für die abwesenden Redner mindestens gleichwertiger Ersatz geboten werden. Nach der Begrüßung durch Jochem Schlotmann, in die er zahlreich erschienene Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft einschloss, vertrat Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen (SPD) das Schleswig-Holsteinische Parlament. Sie bezog sich auf einige gesetzgeberische Vorhaben im Lande, soweit sie die privaten Grundeigentümer oder die Wohnungswirtschaft insgesamt berührten. Schwerpunkt hierbei war die Diskussion um das Denkmalschutzgesetz. Frau Franzen bemühte sich, die Gemüter der Wohnungsfachleute zu besänftigen, indem sie verriet, dass „kein Gesetz so aus dem Landtag herauskomme, wie es hineingekommen sei“. Ihr sei bewusst, dass das Denkmalschutzgesetz in seiner Novellierung für Grundeigentümer eine Belastung darstelle. Insofern werde seitens des Landtages alles daran gesetzt, dass die Novellierung sich nicht zu einem Arbeitsprogramm für die Justiz wandle. Erfreut zeigte sich die Landtagsvizepräsidentin über die Berichterstattung in der Norddeutschen Hausbesitzer Zeitung zum Thema Rauchmelder und die damit verbundenen versicherungsrechtlichen Aspekte. Dies sei Verbraucheraufklärung im besten Sinne.

 

Nach Frau Franzen folgte der Vorsitzende von Haus&Grund Lübeck Dr. Dirk Karstens. In einer wohl abgewogenen und, wie nicht wenige Zuhörer bemerkten, hanseatisch vorgetragenen Grußansprache konnte er seine Freude darüber nicht verhehlen, dass der 111. Landesverbandstag nun in Lübeck stattfände. Dies sei ein Zeichen der Verbundenheit des Verbandes mit seinen Vereinen und somit auch den großen Vereinen in den Städten wie eben Lübeck. Angesichts des Verbandstagsmottos „Grundeigentum – Garant in der Krise“ sei völlig klar, dass der Wettbewerb mit dem Besseren eine stetige Herausforderung sei – auch und gerade in der Krise.

 

Bürgermeister Saxe sprach im Anschluss für die Hansestadt Lübeck und tat dies in humorvoller und lockerer Form, indem er einige historische Anekdoten aus der jahrhundertealten Geschichte der Hansestadt vortrug.

 

Nachfolgend setzte sich in Vertretung für Präsident Kornemann der Generalsekretär von Haus&Grund Deutschland Dr. Andreas Stücke mit dem Problem des privaten Grundeigentums in aktueller Zeit auseinander, und dies in der gebotenen Kürze. Er lobte Haus&Grund Schleswig-Holstein indem er feststellte, dass es keinem Landesverband bundesweit gelänge, so viele Leute zu seinen Tagungen auf die Beine zu bringen.

 

Nunmehr folgte in Vertretung für den Ministerpräsidenten ein Grußwort des neuen Wirtschaftsministers Dr. Jörn Biel. Er sieht in Haus&Grund einen unverzichtbaren Ansprechpartner für das Land Schleswig-Holstein. Biel rief die Kommunen auf, Erneuerungsmaßnahmen jetzt und gerade angesichts der Krise auf den Weg zu bringen. Städtische Wohnquartiere böten eine Chance, die Renaissance alter und die Schaffung neuer Wohnformen in den Städten und Gemeinden auf den Weg zu bringen. Insofern sei Haus&Grund auch für die Kommunen ein wertvoller Partner, gerade bei der Quartierssanierung. Er ermutigte die Mitglieder und ihre Führung, diesen Weg der partnerschaftlichen Zusammenarbeit konsequent zu gehen.

 

Auf großes Interesse traf der Vortrag von Prof. Dr. Joachim Scheide, der allerdings nicht immer Positives zu berichten wusste. Er sieht in der derzeitigen Wirtschaftskrise keine normale Rezession. Ausgelöst durch niederbrechende Immobilienmärkte in den USA, verschärft durch einen Niedergang der Aktien und der Rohstoffmärkte und gefolgt von hoher Arbeitslosigkeit sind hier mehrere für das Wirtschaftsgefüge fatale Komponenten zusammen getroffen. Seiner Meinung nach wird die Arbeitslosigkeit noch weiter steigen und damit auch die Nachfrage sinken. Sein Fazit: „Der nächste Aufschwung kommt bestimmt“. Wann, ließ aber auch er offen. Konsequentes Sparen und Vorsicht an der Steuerschraube seien wichtige Faktoren, das hohe Ziel, aus der Krise herauszukommen, zu erreichen.

 

 

 

Volker Sindt

 

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