|
Wie wird die Überprüfung durchgeführt?
Nach dem technischen Regelwerk (DIN 1986 Teil 30) stehen für die Dichtheitsprüfung von Entwässerungsleitungen zwei Methoden zur Auswahl:
1. Eine optische Inspektion, d. h. Befahrung mit einer Kanalfernsehkamera ist Mindestvoraussetzung
Bei häuslichem Abwasser gilt die Anlage im Sinne der Norm als dicht, wenn im Rahmen einer optischen Inspektion
- keine sichtbaren Schäden erkannt werden
- kein Grundwasser eindringt und
- die gesamte Anlage lückenlos befahren werden kann.
Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden können oder die Norm z. B. bei wesentlichen baulichen Veränderungen und / oder Erweiterungen eines Gebäudes eine Dichtheitsprüfung verlangt, ist eine Druckprüfung vorzunehmen.
2. Der Nachweis der Dichtheit kann auch durch eine Druckprüfung z. B. mittels Wasser erfolgen
In der Prüfzeit von 15 Minuten darf der Wasserverlust nicht mehr als 0,2 l/m2 benetzter Rohrwandungen be-tragen. Die Wassersäule soll auf 0,5 m über Rohrscheitel eingestellt werden.
Was muss nach Abschluss der Überprüfung getan werden?
Werden aufgrund der Kamerabefahrung keine Mängel festgestellt, ist dies durch ein Prüfprotokoll zu dokumentieren. Das Prüfprotokoll wird durch die von Ihnen beauftragte Firma ausgefüllt und unterzeichnet.
Erforderliche Unterlagen für den vollständigen Nachweis:
Bestandslageplan zusätzlich, bei optischer Inspektion: Dichtheitsbescheinigung, Inspektionsprotokoll, Leitungsgrafik, DVD sowie bei Schäden Einzelbilder als Dokumentation, bei Druckprüfung: Prüfungsprotokoll, Dichtheitsbescheinigung
Die Unterlagen sind bei Ihrer Kommune einzureichen.
|
 |
Wer führt die Überprüfung durch?
Nur Fachbetriebe mit sachkundigem Personal und der notwendigen Geräteausstattung sind in der Lage, die erforderlichen Arbeiten sach- und fachgerecht auszuführen.
Leider finden sich schon heute unseriöse Firmen auf dem Gebiet, die die Bürger „abzocken“ wollen. Wir warnen ausdrücklich vor Haustürgeschäften!
Lassen Sie sich für die Dichtheitsprüfung Kostenvoran-schläge anbieten und vergleichen Sie auch die Referenzen der Unternehmen.
Gehen Sie die Inspektion gemeinsam mit Ihren Nachbarn an. Durch ein höheres Auftragsvolumen lassen sich häufig günstigere Preise erzielen.
Kosten:
Um die Kosten für die Inspektion zu ermitteln, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Über Fachfirmen müssen Bestands- und Zustandserfassung erstellt und mögliche Fehlanschlüsse ermittelt werden.
Um unnötige Kosten zu vermeiden, sollten Sie dem Fachbetrieb so viele Informationen über Ihre Entwässerungsanlage geben, wie möglich. Dazu können Sie vorhandene Pläne heranziehen oder eine Skizze Ihres Grundstückes mit den Ihnen bekannten Entwässerungsbestandteilen (Schächte, ungefährer Leitungsverlauf, ungefähre Lage von Abzweigern) erstellen.
Legen Sie im Vorwege auch überdeckte Schächte oder zugestellte Reinigungsöffnungen frei. Je zugänglicher eine Anlage, desto günstiger können sich die Angebote gestalten.
Nach einer Preisumfrage gehen wir davon aus, dass Sie ungefähr mit Kosten in Höhe von ca. 30,- € pro Meter Abwasserleitung für die optische Inspektion (incl. aller Nebenarbeiten und Nachweise) bei einem zugänglichen Abwassersystem rechnen müssen.
|