Haus & Grund Kellinghusen

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25548 Kellinghusen

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Jahreshauptversammlung 2018
Unsere diesjährige ordentlichen Mitgliederversammlung findet am Dienstag, den 20.03.2018 um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Kellinghusen, Hauptstr. 18, statt.

Tagesordnung:
  • Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
  • Bericht des Vorstandes
  • Kassenbericht
  • Bericht der Kassenprüfer mit Aussprache
  • Entlastung des Vorstandes
  • Wahlen des Kassenprüfers
  • Verschiedenes

Im Anschluss an die Tagesordnung haben wir folgendes Thema vorgesehen: „Aktuelles“ - Änderungen in der Rechtsprechung/Gesetzeslage - Vortrag durch Rechtsanwältin Claudia Dickmann, Haus & Grund SH.

Der Vorstand bittet Sie, zu dieser jährlich einmal stattfindenden Veranstaltung, um Ihr Erscheinen.Gäste sind zu dieser Veranstaltung herzlich willkommen.

Anträge für die Mitgliederversammlung müssen 1 Woche vor dem Versammlungstag bei dem Vorstand schriftlich eingegangen sein.

Rudolf von Ahlen
(1. Vorsitzender)
Streitereien vor den Mitgliedern

So unterhaltsam kann eine Mitgliederversammlung sein

Haus & Grund Kellinghusen und die Schiedspersonen aus dem Amt Kellinghusen haben zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung eingeladen, bei der das Schiedsverfahren vorgestellt wurde. Das Schiedsamt gibt es etwa 140 Jahre in Schleswig-Holstein. Auch im Amt Kellinghusen ist dieses Schiedsamt angesiedelt. Ein „Außergerichtliches Schlichtungsverfahren“ wird einem Gerichtsverfahren vorgeschaltet und bringt oft schon Einigung, die einen kosten- und zeitintensiven Rechtsstreit unnötig macht. Die vielen kleinen Streitigkeiten, die man mit dem Nachbarn haben kann, beschäftigen immer häufiger die deutschen Gerichte. Deswegen gibt es nicht selten die Auflage, zuerst ein außergerichtliches Schiedsverfahren zu durchlaufen. Dieses Verfahren wird durch die sogenannten „Schiedsämter“ durchgeführt. So auch im Amt Kellinghusen. Der Schiedsmann Rainer Tietz und seine Stellvertreterin Wiebke Tischler bekleiden diese Ämter für die dem Amt zugehörigen Gemeinden.

Was ein Schiedsspruch bedeutet
Ein Vergleich durch die Schiedsleute kann den Bürgern einen 30 Jahre vollstreckbaren Titel in Zivilsachen, aber auch in Strafsachen (wie bei einem Gerichtsurteil) verschaffen. Strafrechtlich ist der Sühneversuch erforderlich, wenn man bei Gericht Privatklage erheben will. Hier gehören dazu Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung, Verletzung des Briefgeheimnisses. Bei bestimmten zivilrechtlichen Streitigkeiten ist ein Schlichtungsverfahren erforderlich, bevor man Klage bei Gericht erheben kann. Hierzu gehören z.B. Streitigkeiten über Ansprüche wegen Überwuchses (§ 910 BGB), Hinüberfalls (911 BGB), eines Grenzbaumes (§ 932 BGB), der im Nachbarschaftsrechtsgesetz SH geregelten Nachbarrechte oder aber auch Streitigkeiten über Ansprüche wegen Verletzung der persönlichen Ehre. Die Schiedspersonen arbeiten ehrenamtlich. Somit halten sich die Kosten für beide Streitenden im absolut überschaubaren Rahmen. Zu Beginn des Verfahrens wird ein Vorschuss von 70,– € erhoben. Etwa auf diesen Betrag belaufen sich erfahrungsgemäß auch die Sach- und Verfahrenskosten, die sich nach Abschluss des Verfahrens und dessen endgültiger Abrechnung ergeben. Also ein Bruchteil von dem, was ein Gerichtsverfahren kosten würde. Wie aber kommt es zu diesem Schlichtungsverfahren? Dies stellten die Schiedsleute, Frau Rönne und die Herren Wehrhahn und Tietz, den anwesenden Mitgliedern und Gästen von Haus & Grund lebhaft vor.

So läuft ein Schiedsverfahren
Der Antragsteller erkundigt sich beim Schiedsamt, ob sein Problem dort gelöst werden kann und wenn es so ist, wird ein Antrag, also der Sachverhalt, zu Papier gebracht sowie eine Forderung ausgearbeitet. Diese formelle Ladung wird dem Antragsgegner 10 Tage im Voraus zugestellt. Der Antragsgegner muss der Ladung folgen. Dem Schiedsverfahren wohnen beide Parteien sowie die Schiedsfrau/ der Schiedsmann als Moderator bei. Regine Rönne und Rüdiger Wehrhahn führen diese Verhandlung gerne zu zweit durch, denn Frau Rönne sagt, vier Ohren hören besser als zwei. Es werden Regeln festgelegt, wie das Gespräch geführt wird. Jede Partei hat genügend Zeit, sein Anliegen zu äußern. Bei diesem Zusammensein kommen manchmal Dinge auf den Tisch, die Jahrzehnte in den Parteien geschlummert haben und schon ewig stören. Es wird mit Hilfe der Schiedsperson ein Papier erarbeitet, wie man „die Kuh vom Eis“ bekommt. Ein Verfahren kann bis zu zwei Stunden und mehr dauern.

Ende gut – alles gut
Das Verfahren sollte nicht vertagt werden, damit es nicht durch „Fremdeinflüsse“ kippt. In den meisten Fällen solcher Verhandlungen wird eine Einigung gefunden, mit der die Antragsteller sowie Antragsgegner leben können. Keine der Parteien gewinnt oder verliert und die Wahrscheinlichkeit, dass der Frieden von Dauer ist, ist groß. Am Ende dieser Sitzung wird durch die Schiedsleute ein Protokoll verfasst, wo die Daten, Masse etc. aufgeführt werden, sodass es einklagbar ist, sollten sich die beiden Parteien nicht an die Vereinbarung halten. Dies wird dann den Klienten zugestellt. Die Schiedsleute haben den Zuhörern die Arbeit der Schiedspersonen so anschaulich und humorvoll vorgestellt, dass die Veranstaltung sehr kurzweilig war. Soein Schiedsverfahren kann nur empfohlen werden, wenn der Nachbarschaftsfrieden durch viele kleine Streitigkeiten getrübt ist. Während der Rechtsberatungen hat Martin Rathsack vom Landesverband auf die außergerichtliche Streitschlichtung hingewiesen. Geschäftsführerin Anja von Possel- Bohnsack von Haus & Grund Kellinghusen findet, dass ein Schlichtungsverfahren eine gute Chance ist, sich mit den Nachbarn wieder zu vertragen und in Frieden zu leben.