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Haus & Grund Report 1/2009
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Klimaschutz:
EU verschärft Gebäude-Richtlinie

Deutschland ist mit der Energieeinsparverordnung 2009 in der Europäischen Union bereits Vorreiter in Sachen Energieeffizienz von Gebäuden. Diese Position soll mit der bereits für das Jahr 2012 geplanten Novellierung untermauert werden. Parallel hierzu arbeitet die EU ihrerseits an weitergehenden energetischen Anforderungen an Gebäude. Das Europäische Parlament hat auf Vorschlag des Energieausschusses den Entwurf der Europäischen Kommission für die Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in seiner Sitzung am 23. April 2009 nochmals weiter verschärft.

 

Die neugefasste Richtlinie soll unter anderem folgende Änderungen beinhalten:

 

  • Die Kommission führt bis zum 31. März 2010 eine Berechnungsmethode für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ein. Die Mitgliedsstaaten müssen diese Methode übernehmen.

 

  • Die Anforderungen der Mitgliedsstaaten an Gebäude müssen mindestens ein kostenoptimales Niveau erreichen. Sie sind spätestens alle vier Jahre zu überprüfen. Das kostenoptimale Niveau ist so definiert, dass eine Kosten-Nutzen-Berechnung über den Lebenszyklus des Gebäudes positiv ausfallen muss. Hierbei sollen die Investitionskosten, die Instandhaltungskosten, die Betriebskosten und die Entsorgungskosten sowie gegebenenfalls Einnahmen aus der Energieerzeugung berücksichtigt werden.

 

  • Die Kommission soll bis zum 31. März 2010 eine Methode für die Berechnung kostenoptimaler Energiestandards einführen. Die Mitgliedsstaaten müssen diese Methode übernehmen.

 

  • Ab 2012 dürfen Fördermittel für Neubau und Modernisierung nur noch vergeben werden, wenn wenigstens die Mindestanforderungen an die Energieeffizienz eingehalten werden. Das KfW-Förderprogramm „Wohnraum Modernisieren“ könnte dann in seiner jetzigen Ausgestaltung nicht weitergeführt werden.

 

  • Ab 2019 müssen alle Neubauten mindestens Nullenergiehäuser sein. Ihr Primärenergiebedarf darf also die vor Ort erzeugte erneuerbare Energie nicht überschreiten.

 

  • Während bisher einfache Hinweise zu Modernisierungen im Energieausweis ausreichen, sollen zukünftig Wirtschaftlichkeitsberechnungen Pflichtinhalt des Ausweises sein. Die Kosten für die Erstellung eines Energieausweises dürften bei der Umsetzung dieses Vorschlages drastisch in die Höhe schnellen.

 

  • Die energetischen Anforderungen sollen auch für Gebäude gelten, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden (z. B. Ferienhäuser).

 

Da einige Mitgliedsländer bereits Widerstand signalisieren, will sich der EU-Ministerrat erst nach der Sommerpause mit der Richtlinie befassen.

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Kurz notiert

Förderprogramme praxisnäher

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat zum 1. April 2009 ihre Förderprogramme neu strukturiert und an die Erfordernisse der Praxis angepasst. Wer einzelne Teile seiner Immobilie energetisch sanieren möchte, kann dafür Fördermittel beantragen. Kombinationen einzelner Maßnahmen werden ebenso unterstützt. Bisher waren die KfW-Programme auf Komplettsanierungen ausgelegt. Grundsätzlich geschieht die Förderung der KfW über zinsverbilligte Kredite, gefördert werden neuerdings auch Umbaumaßnahmen zur Barrierereduzierung. Sind energetische Sanierungsmaßnahmen vollständig eigenfinanziert, besteht auch die Möglichkeit, die Förderung als Zuschuss zu erhalten. Wird eine weitreichende energetische Sanierung durchgeführt, so gewährt die KfW die Streichung eines Teiles der Darlehensschuld.

 

Heizen mit Erdgas beliebt

Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit Erdgas beheizt. Der Anteil der mit Gas beheizten Woh nungen hat somit seit Anfang der 90er Jahre von nicht einmal einem Drittel auf aktuell 48,3 % zugenommen. Gleichzeitig erhöhte sich die Marktdurchdringung von Fernheizungen: Jede achte Wohnung wird auf diese Weise geheizt. Dahingegen nahm der Anteil von Heizöl und Strom ab. Auch die Verbreitung der weithin als „schmutzig“ geltenden Kohle hat

weiter abgenommen. Nur noch drei Prozent aller Wohnungen sind auf diesen Energieträger angewiesen. Dies teilt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit.

 

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Auch im Jahr 2008 hat sich der Anteil erneuerbarer Energien bei der Erzeugung von Strom und Wärme erhöht. Dahingegen ging die Erzeugung von Biokraftstoffen um rund 20 Prozent zurück, so dass der Gesamtanteil am Energieendverbrauch bei 9,6 % konstant blieb. Besonders verbreitet ist bereits der Bezug von Öko-Strom, dessen Anteil an der Strom versorgung im Jahr 2008 um 0,8 Prozentpunkte auf 15,3 % anstieg.

Dies teilte der Bundesverband Erneuerbare Energien mit.

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